Mimi die kleine Wespe

Mimi die kleine Erdwespe hatte heute nicht ihren besten Tag. Missgelaunt flog sie auf der Elfenwiese herum. Ihre Wespenbrüder und Schwestern hatten alle keine Zeit für sie – entweder waren sie mit dem Wohnungsbau beschäftigt oder hatten sonst wichtiges für ihre Zukunft zu tun.

Mimi hatte zu all dem keine Lust und vor schlechter Laune vergaß sie auch höflich und hilfsbereit zu sein.

Achillea, die Pflanzenelfe der Schafgabe, die ihre Freundin war, war auch beschäftigt. Der Winde hatte Blätter zu ihrer Pflanze geweht, die sie dringend wegräumen musste, damit die Schafgabe wieder in ihrer vollen Schönheit dastehen konnte.

Auch die anderen Pflanzenelfen hatten keine Zeit für sie – jede hatte etwas Wichtiges zu tun.  Entweder mussten sie ihre Blume pflegen – gießen, Blätter und Blüten gleich zupfen – oder sie mussten noch lernen, da es in der Elfenschule bald wieder Prüfungen gab.

Sogar die Graselfen, die sonst immer Zeit hatten, mussten gerade heute ihre Grasbüschel frisieren und schneiden, damit sie hübsch für das Wochenende waren. Vielleicht kam am Wochenende Flora, die Hüterin der Plfanzen zu Besuch oder Menschen gingen auf der Elfenwiese spazieren.

Mimi war es soooo langweilig und Marienkäfer, die sie sonst mit Begeisterung neckte waren auch keine zu sehen.

Vor Langeweile begann sie in der Luft Purzelbäume zu schlagen – aber nach kurzer Zeit war ihr schwindelig und schlecht. Dieser Zustand verbesserte ihre Laune auch nicht gerade. Ganz blass setzte sie sich auf einen Stein und maulte vor sich her: „nichts ist los, keiner hat Zeit für mich und womöglich hat mich auch keiner lieb“.

Plötzlich hellte sich ihre Miene auf – am anderen Ende der Wiese sah sie ein kleines Mädchen herum hüpfen. – Die hat bestimmt Zeit für mich und mag mit mir spielen! Eilig flog sie zu dem kleinen Mädchen. OH, wie die gut duftet und das hübsche bunte Kleid, wie lauter Blumenblüten – Mimi war ganz begeistert.

Aufgeregt flatterte sie um das Mädchen herum, doch die war von Mimis Getue überhaupt nicht angetan. Das kleine Mädchen glaubte die Wespe wolle sie stechen, da sie ja die Sprache der Wespe nicht verstand und das Herumflattern der Wespe komplett falsch deutete. Die Kleine begann mit ihren Händen nach Mimi zu schlagen und laut zu schimpfen „geh weg, du blöde Wespe!° siehst du nicht dass ich Angst vor dir habe?“

Mimi verstand die Welt nicht mehr – sie wollte doch nur spielen – und das Mädchen machte so ein Gezetter.

Vielleicht bin ich zu stürmisch dachte Mimi und versuchte langsamer sich dem Mädchen zu nähern – doch die schlug jetzt nur noch mehr nach ihr. „Verflixt, jetzt hättest du mich fast erwischt!“ schrie Mimi. Und noch einmal haute das Mädchen in Richtung der Wespe – das war knapp! Mimi dachte nur mehr ich muss mich verteidigen und picks! Stach sie dem Mädchen in den Finger. Im ersten Moment waren beide – das Mädchen und Mimi starr vor Schreck. Dann jammerte Mimi  das wollte ich doch nicht und das Mädchen jammerte au, au, au. Langsam wurde das „Au-Geschreie“ des Mädchens immer lauter und Mimi wurde immer verzagter.

Achillea, Achillea schrie Mimi hilf mir, hilf mir. Achillea musste zuerst einmal genau hinhören, woher das Geschreie kam – da sah sie schon die aufgeregte Mimi und das weinende Mädchen. Eiligst folg sie zu den beiden hin „was ist passiert? wie kann ich helfen“?

„Ich habe dem Mädchen in den Finger gestochen weil es nach mir gehauen hat“ erzählte Mimi ganz kleinlaut; und jetzt tut ihr natürlich der Finger höllisch weh.

Achillea überlegte wie sie helfen könnte, da fiel ihr die Elfe des Spitzwegerich ein, die ihr einmal erzählte dass ein Blatt vom Spitzwegerich bei solchen Malheuren sehr hilfreich sei. Laut rief sie über die Wiese: „Plantagochen bitte komm schnell mit einem Blatt deiner Pflanze her und hilf uns“

Plantagochen zupfte ein schönes, saftig grünes Blatt vom Spitzwegerich ab und flog zu den Dreien.

Das kleine Mädchen weinte immer noch bitterlich und bei Achillea und Mimi herrschte ziemliche Ratlosigkeit. Sie konnten das Mädchen einfach nicht beruhigen.

Plantagochen wickelte das Spitzwegerichblatt um den verletzten Finger, sie redete ganz ruhig mit dem Mädchen und erzählte ihm von ihrer Pflanze und den wunderbaren Eigenschaften die diese hat.

Langsam hörte das kleine Mädchen zu weinen auf und ein kleines Lächeln stahl sich auf ihr Gesicht „es tut schon viel weniger weh“ sagte sie und wischte sich mit einem Zipfel ihres Kleidchens die Tränen vom Gesicht.

„Aber die blöde Wespe begann sie wieder zu schimpfen – sie hat mich angegriffen! Sie ist bösartig und dumm“.

Jetzt war es Mimi die zu weinen begann „ich wollte das doch gar nicht! Ich wollte doch nur mit dem Mädchen spielen“.

Die beiden Elfen Achillea und Plantagochen versuchten zu vermitteln und das Missverständnis aufzuklären.  – Das kleine Mädchen wollte zuerst überhaupt nicht einsehen, dass sie ja auch mit schuld an dem Dilemma war, da Mimi ja eigentlich nichts schlechtes im Sinn hatte sondern nur neugierig war und spielen wollte.

Aber Mensch und Wespe sprechen nun einmal nicht dieselbe Sprache und wenn man sich da nicht vorsichtig und bedachtsam einander nähert, dann können schlimme Missverständnisse passieren die schmerzhaft enden.

Zu guter Letzt war das Missverständnis aus dem Weg geräumt und das kleine Mädchen und Mimi lächelten einander zu – eigentlich bist du ja gar nicht bösartig und dumm sagte das Mädchen – und du duftest so gut und bist so hübsch in deinem bunten Kleidchen sagte die Wespe.

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